Ministrantendienst – Auch etwas für Dich?

Einzug beim Festgottesdienst

Ein Ministrant (von lateinisch ministrare ‚dienen‘) oder Messdiener ist ein liturgischer Dienst in der römisch-katholischen Kirche. Noch der Codex Iuris Canonici von 1917 schrieb in Can. 813 die Anwesenheit eines Ministranten bei der Feier der heiligen Messe verpflichtend vor.
In Deutschland gibt es ca. 500.000 Ministrantinnen und Ministranten.
Die Voraussetzungen zur Ausübung des Ministrantendienstes sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Als Grundregel gilt meist jedoch, dass ein Ministrant die erste heilige Kommunion bereits empfangen hat. Meist sind es Kinder und Jugendliche, mancherorts, vor allem in Bischofskirchen, auch Erwachsene.

 

 

Bereit zur Kollekte

Dienst der Ministranten

Die Ministranten übernehmen in der Liturgie besondere Aufgaben, die überwiegend der Assistenz des Priesters und des Diakons dienen. Die Messdiener tragen beim Gottesdienst ein Liturgisches Gewand. Je nach Kirchenjahreszeit oder einem Festtag hat es die Farbe grün, rot, violett oder schwarz. In manchen Pfarreien tragen sie Mantelgewänder mit entsprechendem Zingulum (Strick). Eine Einführung, in der sie mehr über die verschiedenen Riten, liturgischen Farben, Zeichen und Symbole erfahren und lernen, wann und wie sie in der Liturgie zur Anwendung kommen, steht meist vor dem ersten Einsatz bei der hl. Messe.. Ministranten bilden oft eine feste Gemeinschaft innerhalb der Gemeinde, mitunter sind sie deren größte Jugendgruppe. Oft treffen sich Messdiener zu Gruppenstunden, machen gemeinsame Ausflüge und helfen auch bei der Organisation von Kirchen- und gemeinnützigen Festen. In einigen Gemeinden gibt es Oberministranten oder Obermessdiener, die vom jeweiligen Pfarrer beauftragt oder von der Ministrantengruppe gewählt sind, die Anliegen der Ministranten in der Gemeinde zu vertreten und die Messdienergruppe zu leiten.

 

Minis des Liebfrauenmünsters

Dienst weiblicher Ministranten

Durch die Entwicklung des Ministrantendienstes im Zusammenhang mit der Klerikerausbildung war der Dienst bis in die 1970er-Jahre männlichen Katholiken vorbehalten. Seit dieser Zeit wurden jedoch in vielen Gemeinden der westlichen Welt für den Dienst auch Frauen und Mädchen zugelassen, ohne dass dies zunächst vom Heiligen Stuhl ausdrücklich gestattet war; andererseits wurde es aber auch nicht sanktioniert.
Nach einer im Juli 1992 von Papst Johannes Paul II. bestätigten authentischen Interpretation zu can. 230 § 2 CIC erkannte das Rundschreiben der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vom 15. März 1994 an die nationalen Bischofskonferenzen allen Bischöfen das Recht zu, in ihren Diözesen auch Frauen und Mädchen zum Dienst am Altar zuzulassen. Eine Erklärung vom 27. Juli 2001 führte aus, dass damit Männer und Knaben keinesfalls ausgeschlossen werden dürften. Auch dürfe kein Priester gezwungen werden, sich von weiblichen Ministranten helfen zu lassen. In einer Instruktion des Heiligen Stuhls vom 23. April 2004 wurde die Zulassung von Mädchen und Frauen zu diesem Dienst „nach dem Urteil des Diözesanbischofs und unter Beachtung der festgesetzten Normen“ neuerlich bestätigt.
Der Dienst von Ministrantinnen ist in vielen Ländern Westeuropas mittlerweile fest etabliert und geschätzt. Gemeinden, in denen nur Jungen dienen, sind eine Ausnahme. In Deutschland beträgt der Anteil der Mädchen bei den Messdienern bereits über 50 %.

Wenn Du Interesse am Ministrantendienst in Deiner Pfarrei hast, melde Dich einfach beim Mesner/bei der Mesnerin in der Sakristei oder bei den Gemeindereferentinnen und -Referenten. Die Gemeinde freut sich über jedes aktive Mitglied!